...wir haben es auch gewagt ;)

FC Energie Cottbus-Stadionsprecher Benjamin Hantschke besaß schon mit 14 eine Dauerkarte für „seinen“ Verein. Seit jeher zog es den 34-Jährigen Wirbelwind aber auch schon in die Öffentlichkeit und auf die Bühne. Als Radiomoderator der BB RADIO Morgenshow arbeitete er nach seinem Volontariat bei Radio Cottbus 8 Jahre lang in Potsdam. Auch in dieser Zeit war der Fußballfan bei nahezu jedem Heimspiel im „Stadion der Freundschaft“ dabei. Eine kleine Zweitwohnung in der Innenstadt sicherte ihm an den Wochenenden auch weiterhin ein Dach über dem Kopf in Cottbus. Parallel konnte Benni in dieser Zeit im Fernstudium für Sportmanagement und –marketing seiner zweiten großen Leidenschaft nachgehen. Als im September 2018 das Angebot kam, für seinen Heimatverein vom Unterhaltungs- ins Marketingfach zu wechseln, ergriff er die Chance, damit seinen Lebensmittelpunkt endgültig zurück nach Cottbus zu verlagern. Zurück zu seinen Wurzeln, beruflich, sportlich und privat.

 

    Was verbindest du ganz persönlich mit der Lausitz? 
Die Lausitz bedeutet für mich Familie, Heimat, meine Kindheit, Fußball, der Branitzer Park, der Tierpark, meine Zeit am Staatstheater – es gibt so viele persönliche Bezugspunkte, die ich fest mit Cottbus habe. 

Warum ist die Region aus deiner Sicht lebenswert?
Wir Lausitzer sind schon ein eigenes Völkchen – manchmal ein bisschen grummelig, aber im Herzen liebevoll und freundlich. Neben den Menschen, ist aber auch das „Drumherum“ lebenswert. Rund um Cottbus entstehen unglaubliche Seen-Landschaften, der Spreewald als Tourismus-Magnet und Entspannungsgebiet und die Stadt Cottbus selbst versucht, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Allein diese Rückkehrer-Initiative zeigt doch, wie sehr wir wollen, dass Cottbus wieder und weiter nach vorn kommt – und das aus eigenem Antrieb heraus. 

Wie glaubst du, kannst du mit deinem ganz persönlichen Engagement positiv in der Region wirken? 
Ich möchte mit meinem jetzigen Job dazu beitragen, dass der FC Energie Cottbus positiv in der Region und darüber hinaus wahrgenommen wird. Als größter Fußball-Verein der Region hat das natürlich auch Auswirkung auf das Image unserer Stadt. Wir versuchen uns mit diversen Initiativen und Aktionen als Verein und letztlich auch als Stadt positiv zu positionieren. Beispielweise mit der Unterstützung der „Tafeln der Lausitz“, Abende für Ehrenamtliche unserer Stadt und medienwirksame Veranstaltungen, wie dem Fiktiven Heimspiel „Einmal vollmachen bitte“. Selbst Spiele, wie das Retter-Spiel gegen den BVB oder das Pokalspiel gegen den FC Bayern München, das in 54 Länder übertragen wurde, sind ein positives Zeichen nach außen, trotz Niederlagen. Diese zwei Fußballfeste in unserem „Wohnzimmer“ waren harte Arbeit, die sich am Ende mehr als gelohnt hat. Eine positivere Werbung für unsere Stadt und die Region kann es kaum geben.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Region?
Ich wünsche mir für die Region, dass wieder mehr Menschen und große Firmen den Mut haben in die Region zu kommen und zu investieren – „Cottbus beißt nicht!“ Wenn man mal quer durch Deutschland fährt und sieht wie große Firmen und Konzerne reihenweise ihre Logistik-Zentren, Lagerhallen und Fabriken mitten ins Nichts bauen und ganze Dörfer beschäftigen, dann frage ich mich, warum geht das nicht bei uns in der Region? Ich wünsche mir einfach, dass wir als Lausitzer gemeinsam an einem Strang ziehen, Aufgaben, wie den Strukturwandel oder den Erhalt des Profi-Fußballs in der Lausitz, zusammen angehen und positiv gestalten. Und: Keiner hat gesagt, dass das einfach wird!


Mit der Eröffnung seiner eigenen Elektro-Kartbahn hier in Cottbus-Dissenchen erfüllte sich André Krahl einen Jugendtraum. Den studierten Elektroniker und Wirtschaftsingenieur zog es nach seinem Abschluss zunächst in die Landeshauptstadt Berlin. Auf Deutschlands erster Elektro-Kartbahn lernte der 42-Jährige von der Pike auf alle wichtigen Handgriffe und Abläufe in dem mobilen Tagesgeschäft. Über Franchise etablierte André Krahl das erfolgreiche Konzept schließlich auch in Karlsruhe. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Berlin stand der Entschluss zu seiner Rückkehr in die Heimat. Seit dem 1. Juni 2019 hat die Lausitz mit der ersten Elektro-Kartbahn der Region einen attraktiven Anziehungspunkt im Freizeitbereich. Und das wetterunabhängig. Also: Unbedingt mal vorbeischauen und Gas geben! (www.kart1000.de)

Was war deine Motivation in die Lausitz zurück zu kommen?
Ich bin in Senftenberg aufgewachsen. Hier ist einfach meine Heimat. Ich fühle mich wohl hier - landschaftlich, schätze aber auch das Miteinander. Die Lausitzer haben ihre liebenswerten Eigenheiten, sind zumeist sehr nett und hilfsbereit.

 


Du hast dich für eine Selbstständigkeit hier in Cottbus entschieden. – Welchen Mehrwert siehst du damit für die Region?
Mit unserem Angebot schaffen wir aus meiner Sicht einen echten Mehrwert in Richtung Freizeit und Tourismus. Unser Wunsch ist es, dass es künftig so gut läuft, dass wir zusätzlich noch weitere Attraktionen anbieten können.


Der gebürtige Cottbuser Christian Schömberg ist gelernter Fotograf. Acht Jahre lang war er in Saarbrücken zu Hause. Mit dem Wissen um die demografischen Veränderungen in seiner Heimat, wuchs sein Wunsch, das wirtschaftliche Leben hier in der Region ganz aktiv mitzugestalten. Der 40-Jährige kehrte zurück nach Cottbus, studierte Architektur. Vor inzwischen gut einem Jahr erhielt er, gemeinsam mit seinem damaligen Kollegen Michael Chvosta, das Angebot zur Übernahme eines etablierten Cottbuser Architekturbüros. Die beiden heutigen Geschäftsführer und Kobel-Architekten führen ein Team von sieben Angestellten. Ihr Plan für die Zukunft: mit ihrem Architekturbüro neue Nischen besetzen, weitere Geschäftsbereiche aufbauen und in naher Zukunft zwei weitere Standorte eröffnen.

Warum lebst du gerne in der Region?
Die Lausitz hat unterschiedlichste Qualitäten auf mehreren Bedeutungsebenen. Sie befindet sich seit Jahren in einem Wandlungsprozess. Der Strukturwandel bietet aus meiner Sicht ungeahnte berufliche wie geografische Chancen. Die Lage, mit der Nähe zu osteuropäischen Kulturen und gleichzeitig die unmittelbare Verbundenheit mit der Weltstadt Berlin, macht den besonderen Reiz aus, hier zu leben. Ich habe für Kinder eine perfekte Infrastruktur der kurzen Wege und eine angenehme provinzielle Geborgenheit. - All diese Faktoren haben mich letztlich auch zur Rückkehr bewogen. 

Wie möchtest du die Region mit deinem Schaffen voranbringen? 
Mit meinem Wirken möchte ich versuchen, die Lausitz positiv in den Fokus zu rücken. Aus beruflicher Sicht würde ich gerne aktiv die städtebauliche Entwicklung fördern und auf unsere gebaute Umwelt einen positiven Einfluss nehmen. Die ersten Schritte sind getan, indem ich mir hier eine Existenz aufgebaut habe und mit meinem Geschäftspartner und inzwischen sieben Mitarbeitern an der positiven Entwicklung teilhabe. 

Wie können Politik und Wirtschaft aus deiner Sicht ihre Beitrag dazu leisten?
Ich wünsche mir mehr Mut und Toleranz in unserer Stadtpolitik. Und ich wünsche mir mehr Transparenz bei Entscheidungen, die Auswirkungen auf unser aller Leben haben. Ich träume von einer progressiven Strategie für unsere Region, die beispielhaft ihre Schwächen zu Stärken transformiert und in eine bunte, friedliche und grüne Zukunft weist.


Stefanie Leckschaz

Diplom Sozialpädagogin Stefanie Leckschaz ist in Cottbus aufgewachsen. Für ihr Studium ist sie nach Lörrach in Baden-Württemberg gegangen. Vor ein paar Jahren entschied sie sich, mit dem „mittelweg“ in die Selbstständigkeit zu gehen und als Trainerin für Achtsamkeit und Stressbewältigung den Menschen wieder den Blick für sich selbst zu öffnen und zu schärfen.  

 

Warum hat es dich zurück nach Cottbus gezogen?

Weil hier meine Heimat ist. Meine Familie lebt hier. Ich liebe es, dass es hier so grün ist, die kurzen Wege in der Stadt und in die Natur (z.B. Spreewald).

 

Was kannst du für die Region tun?

Ich möchte mit meinem Angebot den Menschen hier ermöglichen, gelassener, zufriedener und ausgeglichener leben zu können.


Ricardo Remus

...ist eigentlich in Gera geboren. Doch die meiste Zeit seines Lebens hat der Bauingenieur und Betontechnologe in Cottbus verbracht. Der ambitionierte Firmengründer hat mit seiner Firma Sonocrete GmbH ein neuartiges Schnelltrocknungsverfahren für Beton entwickelt. Für seinen Firmensitz und für weitere Forschungen ist er in seine Heimat zurückgekehrt.

 

Warum lebst du gern in Cottbus und warum hat es dich zurück gezogen?

Ich lebe gern in Cottbus, weil es eine wunderschöne Stadt und eine tolle Region ist. Die Lausitz hat landschaftlich wahnsinnig viel zu bieten und verändert sich durch die Rekultivierung der Tagebaugebiete fortwährend. Nach Cottbus zurückgezogen hat mich die Familie und die guten Rahmenbedingungen für eine Unternehmensgründung.

 

Wie möchtest du mit deinem Wirken die Region voranbringen? 

Wir alleine können wahrscheinlich nicht viel ändern, aber wir als Teil eines starken Netzwerks können in der Region viel bewegen und gemeinsam eine Zukunft nach dem Strukturwandel aufbauen.

 

Was wünschst du dir für die Region?

Ich wünsche mir für die Region mehr Mut bei der Bewältigung der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen.


Sofie-Marie und Christof Trebschuh

Sofie-Marie Trebschuh hat sich im Oktober 2018, gemeinsam mit ihrem Bruder Christof Trebschuh, mit einem eigenen Architekturbüro in Cottbus selbstständig gemacht. Sofie-Marie hat ihren Bachelor in Architektur an der BTU Cottbus abgeschlossen. Für weitere Studien und schließlich ihren erfolgreichen Masterabschluss zog es die 30-Jährige auch nach München und Weimar. Heute lebt sie wieder in Cottbus und lebt ihre Leidenschaft zum Planen und Entwerfen.

 

Warum lebst du gern in Cottbus?

Ich lebe gern hier, weil ich von hier komme, meine Familie ist hier. Außerdem steckt aus meiner Sicht viel Potential für Veränderung in Cottbus und der Umgebung. Ich erlebe Cottbus als charmante Stadt mit schönen Ecken.

 

Wie willst du die Region nach vorn bringen?

Ich möchte, dass die Menschen positive Assoziationen mit der Stadt verbinden und eine Stimmung schaffen für die Region. 

 

Christof Trebschuh hat Kunstgeschichte, Philosophie und Sensorik / kognitive Psychologie in Jena und Chemnitz studiert. Seit 2012 ist er zurück in Cottbus und studiert an der BTU Cottbus Architektur. Christof hat gemeinsam mit seiner Schwester Sofie-Marie Trebschuh das Planungsbüro Trebschuh Trebschuh Architektur gegründet. In der Zusammenarbeit bringt der Cottbuser Student den künstlerischen Ansatz in die Konzeptionen und Entwürfe ein. 

 

Warum bist du zurück nach Cottbus gekommen?

Meine Familie lebt hier. Zudem war es damals mein Ziel, Architektur an einer Uni zu studieren, die für diesen Bereich einen guten Ruf genießt.

 

Welches Wirken möchtest du gern in der Region einbringen?

Ich möchte mit meinem Wissen wie mit meinen Erfahrungen, gemeinsam mit Gleichgesinnten, Kunst- und Kulturprojekte in der Lausitz stärken und beleben, und ein Teil davon sein.


Jennifer Görzig und Stefan Töpfer hat mit ihrer Rückkehr nach Cottbus der Wunsch geeint, gemeinsam eine Intensivpflege ins Leben zu rufen, die menschenwürdig ist. Beide sind aus beruflichen Gründen lange Zeit in Berlin gewesen. Mit unerschütterlichem Mut und Ehrgeiz haben es die beiden geschafft, einen ambulanten Pflegedienst zu etablieren, der heute mit 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Patienten und Angehörige gezielt, herzlich und würdevoll unterstützt.

 

Warum seid ihr nach Cottbus zurückgekehrt?

Jenni: Der Grund für die Rückkehr nach Cottbus war in erster Linie unser soziales Netzwerk, welches vor allem einen Großteil unserer Familie beinhaltet. Zudem kam bei Stefan noch die Erkrankung seines Vaters dazu. Er ist an ALS erkrankt. Seine Erkrankung und meine Erfahrungen aus dem Pflegebereich haben zur Gründung unseres Unternehmens geführt. 

Stefan: Wir lieben Cottbus, weil die Stadt bunt und grün ist und man hier Ruhe, aber auch viele kulturelle Angebote zum Genießen hat, was ein toller Ausgleich zum Unternehmerdasein ist.

 

Was möchtet, was könnt ihr für die Entwicklung eurer Heimat leisten?

Jenni: Wir möchten die Region voranbringen, indem wir attraktive Arbeitsplätze schaffen, wo Angestellte gerne und zufrieden arbeiten. Unser Wunsch ist es in den Köpfen etwas zu ändern, um den Bereich der Pflege mit neuen Innovationen und Möglichkeiten zu bereichern und das fast Unmögliche möglich zu machen.

 

Stefan: Wir wünschen uns für unsere Region eine engere Zusammenarbeit, um gemeinsam wachsen zu können und neue Wege zu öffnen, die vielleicht noch verschlossen sind.


Stephanie Mucha-Klos

Stephanie Mucha-Klos führt in Cottbus ihre eigene Steuerkanzlei. Zudem berät sie Existenzgründungswillige auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Zum Studium hat es die Steuerberaterin erst nach Erfurt, für die Arbeit später nach Berlin verschlagen. Trotz der vielfältigen Möglichkeiten und Annehmlichkeiten, die das Großstadtleben bietet, ist die junge Frau zurück nach Cottbus gekommen. 

 

Warum hat es dich zurück nach Cottbus gezogen?

Cottbus und die Lausitz sind meine Heimat. Ich fühle mich mit der Region verwurzelt.

 

Was kannst du aus deiner Sicht für die Region tun?

Ich möchte die Menschen hier unterstützen und ermutigen, die Region gemeinsam voranzubringen. Zudem möchte ich, dass die vermeintlich coolen Sachen nicht mehr nur in Großstädten passieren, sondern auch hier angeboten werden.


Tim Sillack

Der 31-jährige Küchenmeister Tim Sillack hat auf seinen kulinarischen Reisen und beruflichen Stationen vielfältige Erfahrungen sammeln können. Zuletzt war der Briesener bei Steffen Henßler in Hamburg als Küchenchef tätig. Mit der Übernahme des „Kleinen Cavalier“ in Branitz hat sich für Tim Sillack ein Traum erfüllt. 

 

Warum bist du ein Rückkehrer?

Die Lausitz ist meine Heimat und schon bei meiner ersten längeren Auslandsreise durch Neuseeland wurde mir klar, dass ich die Welt kennen lernen will, aber mein Zuhause Cottbus ist. Besonders mag ich die kurzen Wege und die Erreichbarkeit der Leute. Klar, ist Brandenburg dünner besiedelt als z.B. Hamburg, aber das macht es auch leichter in Kontakt zu kommen.

 

Wie möchtest du dich in die Region einbringen? 

Ich wünsche mir für die Lausitz, dass man die Herausforderungen der Zukunft annimmt und diese aktiv mitgestaltet.